Streit über Tempo 30. Die einen wollen ruhig schlafen, die anderen keine Zeit verlieren. Deshalb protestieren sie hupend und lärmend wenn sie durch Antfeld fahren.
Ein Streit über Tempo 30 erfasst ein Dorf im Sauerland. Die einen wollen ruhig schlafen, die anderen keine Zeit verlieren. Deshalb protestieren sie hupend und lärmend, immer dann, wenn sie durch Antfeld fahren.
Ich schaue mir solche strittigen Ecken gerne auf der Karte an:
Die Straße führt ca. 500m durch den Ort. Jetzt kann man rechnen: Bei Tempo 50 dauert die Strecke 36 Sekunden. Bei Tempo 30 dann 60 Sekunden. Damit dieser Typ seine auf seine selbst berechneten 10 Stunden im Jahr "Zeitverlust" kommt, müsste er da 1500x pro Jahr durchkacheln.
Vor allem: Der Verkehrsfluss stocke, der Zeitverlust nerve. Zehn Stunden im Jahr, so habe er errechnet, würden Lastautos verlieren, wenn sie mehrmals täglich hier bremsen müssten.
Das ist doch kein Argument, das ist Quatsch! Als Schlosser lässt er sich die Anfahrt doch eh bezahlen.
Was für ein Idiot. Selbst wenn das keine bezahlte Anfahrt wäre, ist das auf ein Jahr gesehen lächerlich wenig. Ein Arbeitsjahr hat knapp 1800 Stunden. Und die zehn Stunden kriegt man ja auch nicht am Stück. Einfach rundum dumme Argumentation. Als Handwerker steht der jedes Jahr deutlich länger im Stau.
Es wäre absolut eine Sauerei wenn die betroffenen Anwohner sich zusammentun und beim Wohnhaus des Initiators der Proteste nachts vorbeifahren und hupen würden.
Die Menschen welche selber eskalieren, regen sich wohl am meisten darüber auf dass eskaliert wird.
Wäre natürlich idiotisch so zu agieren, aber das traurige ist, dass man am Ende auf solche Ideen kommt, nur weil manche keine Rücksicht aufeinander nehmen wollen.