Das Deutschlandticket sollte die Verkehrswende bringen. Das klappt in Städten und Ballungsräumen ganz gut. Auf dem Land aber fahren selbst diejenigen weiter Auto, die gern mit Bus und Bahn unterwegs wären. Von Peter Sonnenberg.
Zu Zeiten des 9€ Tickets hab ich noch in der Eifel gearbeitet. Hab damals einen Kollegen gefragt: „Und, anreise ab morgen mit dem Bus?“ Seine Antwort war „Statt 10 Minuten mit dem Auto eine Dreiviertel Stunde mit dem Bus? Ich glaube nicht.“
Das Ticket kann auf dem Papier ein noch so gutes Preis-Leistungsverhältnis haben - das Netz im ländlichen ist Dreck geblieben.
Wenn man nicht gerade direkt an einer Autobahnauffahrt wohnt und an einer Autobahnabfahrt arbeitet schafft man die 10 Autominuten auch locker in 20 Minuten mit dem Fahrrad, vermutlich sogar deutlich schneller. Je nach Verkehrs- und Parkplatzsituation kann Fahrrad sogar schneller sein als Auto. Ich kann jedem nur empfehlen das mal auszuprobieren, man ist ja auch nicht gezwungen, dann nur noch mit dem Fahrrad zu fahren. Und dank E-Bikes muss man selbst in bergigen Gegenden nicht mehr sportlich sein um die Steigungen zu bewältigen.
Ich will das nicht bestreiten, und verstehe was ein Wunder Punkt das ist. Ich will gar nicht gegen dich schießen, wenn ich mal die Gegenseite erwähne:
Großstadt mit viel zu viel Verkehr. Um einmal quer durchzukommen brauche ich im Berufsverkehr mindestens 45 min mit dem Auto und habe dann immer noch keinen Parkplatz. Das ist einfach keine Alternative, wenn ich stattdessen einfach 6 Stationen U-Bahn fahren kann.
Klar ist es ein schönes Gefühl wenn man eine Waschmaschine transportieren kann. Aber was ist mit der Oma die sturzbesoffen nach Hause will?